(3000 v. Chr.), Reste einer Siedlung der Halstatt- und Eisenzeit (800-500 v. Chr.) römi- sche Baureste einer Villa rustica (200 n. Chr.) und eine fränkische Grabanlage (500 n. Chr.).
Durch diese Ausgrabungszeugnisse ist bewiesen, daß das Gebiet der späteren Ortschaft Morken schon vor 5000 Jahren teilweise besiedelt war.
Die römische Besiedelung dürfte um die Mitte des 1. Jahrhunderts eingesetzt haben. Man nimmt an, daß die Siedler zu den Veteranen Colonias zählten. Die Morkener Villa reiht sich als Glied einer langen Kette von Villen ein, die auf dem siedlungsgün- stigen linken Erftufer lokalisiert waren. Sie schienen einen gleichmäßigen Abstand von etwa 2 km voneinander gehabt zu haben.
Die aufgefundenen Mauern sind Reste des Herrenhauses, von dem zwar die gesamte Konzeption verständlich ist, jedoch die Einzelheiten fehlen.
Mehr Aufsehen erregte die Auffindung eines fränkischen Gräberfeldes. Nur einige der aufgefundenen 32 Grabstätten sind zeitlich mit absoluter Sicherheit einzuordnen. Man nimmt an, daß die Gräber zu einer Siedlergruppe gehören, die im 7. Jahrhundert n. Chr. am Landausbau beteiligt gewesen war.
Aufgrund einer gefundenen Goldmünze, die bald nach der Prägung - da keine Gebrauchsspuren feststellbar waren - als Grabbeilage verwendet wurde, ist die Zeitbestimmung auf die Wende des 6. zum 7. Jahrhundert festgelegt.
Ein Grab erregte besondere Aufmerksamkeit, und zwar ein Kammergrab mit Beiga- ben. Die Funde - vor allem das in Zeitungsnachrichten und Rundfunk zu einem Fürstengrab aufgewertete fränkische Grab mit Helm - waren eine kleine Sensation. Es kann sein, daß der Name Morken - Morrick - Mairke - nicht unbedingt auf das lateinische Mauracium hinweist, sondern vielleicht auch auf das fränkische "Bike" (königseigen) und daher in dem Sinne auch gedeutet werden kann.
Aus Königshand könnte also das Gebiet Morken und speziell die Villa rustica im 7. Jahrhundert als Lehen in die Hand des im Kammergrab bestatteten hohen Herrn gekommen sein.
Dieses Lehen kann ganz Morken als Königsgut oder als einen bedeutenden Königshof innerhalb einer noch unbekannten Siedlung umfaßt haben.
Sonderbar ist, daß bisher kein weiteres Männergrab des gleichen Ranges entdeckt worden ist. Eigentlich hätte man in der nächsten Generation des hohen Herrn ein Grab mit ähnlichen Ausrüstungen erwarten müssen. Es fehlen jegliche Hinweise auf eine zweite größere Grabkammer.
Die geborgenen Grabbeigaben, einschl. des vergoldeten Spangenhelms, befinden sich im Rheinischen Landesmuseum zu Bonn. Eine Nachbildung des Goldhelms des "Fürsten von Morken" wurde erst kürzlich der Rheinischen Braunkohlen A.G. übergeben und ist jetzt für die Öffentlichkeit im Schloß Paffendorf ausgestellt.